Installation
Film
3D
Virtual Reality
Augmented Reality
Costum Hardware
Zwischen Fichten, Holzstegen und Wanderwegen steht plötzlich ein echtes Flugzeug.
Ein Airbus A319.
Mitten im Bayerischen Wald.
Kurzbeschreibung
Entwicklung eines standortbasierten VR-Rundflugs über den Bayerischen Wald im Innenraum eines echten Airbus A319. Ziel war es, ein synchrones, barrierearmes Erlebnis zu schaffen, das regionale Identität vermittelt und Technologie bewusst in den Hintergrund stellt.
VR-Sitzplätze
Jährliche Besucher
Stattdessen Natur, Stille, Wanderwege und ein Flugzeugrumpf, der dort eigentlich nicht hingehört.
Genau hier beginnt die Geschichte des Bayerwald-Fliegers.
Was auf den ersten Blick wirkt wie ein spektakuläres Einzelobjekt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein vielschichtiges Projekt an der Schnittstelle von Technologie, Kultur und regionalem Storytelling. Ein Projekt, das nicht darauf ausgelegt war, Technik zu demonstrieren, sondern Erlebnis zu ermöglichen.
Der Bayerwald-Flieger ist ein immersives VR-Kino in einem echten Airbus A319.
Im Inneren befinden sich 70 Sitzplätze, ausgestattet mit 70 VR-Brillen. Zusätzlich stehen Reservegeräte bereit, um den laufenden Betrieb jederzeit abzusichern.
Die Besucher erleben einen synchronen Rundflug über den Bayerischen Wald, geführt von dem virtuellen Copiloten Xaverl, einem Wolpertinger. Eine Figur, die tief in der regionalen Mythologie verwurzelt ist und bewusst als Gegenpol zur Technologie gewählt wurde.
Die Grundidee des Projekts klingt zunächst widersprüchlich.
High-Tech im Herzen einer Region, die für Naturverbundenheit, Ruhe und Entschleunigung steht.
Doch genau dieser Widerspruch war der Ausgangspunkt.
Es ging nie darum, Technologie in eine Region zu tragen, die noch nicht so weit ist. Sondern darum zu zeigen, dass Technologie und Tradition sich nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig verstärken können, wenn sie richtig eingesetzt werden.
Der Bayerwald ist eine Region mit starker Identität.
Viele der Besucher sind Einheimische, Menschen, die dort seit Jahrzehnten leben, arbeiten und verwurzelt sind. Sie kennen die Landschaft, die Orte und die Wege.
Die zentrale Frage war daher nicht, wie man mit Technik beeindruckt.
Sondern, wie man ein Erlebnis schafft, das selbst für Menschen mit tiefem Bezug zur Region etwas Neues eröffnet.
Die Antwort lag nicht in spektakulären Effekten, sondern in Perspektive.
Der virtuelle Flug ermöglicht einen Blick auf den Bayerischen Wald, der im Alltag so nicht möglich ist. Ruhig, weit und zusammenhängend.
„Ich wohne hier seit 60 Jahren, aber so habe ich den Wald noch nie gesehen.“
Aussagen wie
„Ich wohne hier seit 60 Jahren, aber so habe ich den Wald noch nie gesehen.“
oder
„Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen.“
zeigen sehr klar, was hier funktioniert hat.
Selbst Besucher, die der Technologie zunächst skeptisch gegenüberstanden, verließen das Flugzeug mit leuchtenden Augen. Weil sie erlebt haben, dass Technik nicht im Widerspruch zur Natur stehen muss.
„Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen.“
Ein echtes Flugzeug bringt automatisch Aufmerksamkeit mit sich.
Die schiere Präsenz eines Airbus A319 mitten im Wald ist spektakulär.
Doch aus Projektsicht war das Flugzeug weniger Lösung als Herausforderung.
Denn ein Airbus ist kein neutraler Raum.
Der Rumpf besteht vollständig aus Metall.
Die Kabine ist lang, geschlossen und visuell stark repetitiv.
Alle Sitzreihen sehen nahezu identisch aus.
Es gibt keine offene Sicht nach außen.
Technisch ist ein Flugzeug nicht dafür vorgesehen, ein synchrones VR-Erlebnis für 70 Personen zu ermöglichen, geschweige denn dauerhaft und stabil im laufenden Betrieb.
Die eigentliche Arbeit begann also nicht mit dem Einbau der VR-Brillen, sondern mit der Frage, wie ein System aussehen muss, das unter diesen Bedingungen zuverlässig funktioniert und dabei unsichtbar bleibt.
Ein durchgängig konsistentes visuelles Storytelling über alle Kanäle hinweg.
Bevor diese Frage überhaupt relevant wurde, musste das Flugzeug erst einmal an seinen neuen Standort gelangen.
Der Transport des Airbus war ein logistischer Kraftakt. Das Flugzeug wurde vollständig zerlegt und in Containern über mehrere Länder transportiert. Zunächst per Schiff, anschließend mit Schwerlastfahrzeugen.
Der Rumpf allein misst rund 38 Meter Länge und wiegt etwa 19 Tonnen. Der finale Abschnitt führte über eine nächtliche Bergstrecke, bei der jede Kehre millimetergenau geplant werden musste. Straßen wurden gesperrt, Laternen und Stromkästen demontiert und Verkehrsführungen angepasst.
Dieser Teil des Projekts wurde in mehreren Dokumentationen begleitet. Für Ice Space Studios war er jedoch vor allem der Rahmen, nicht der Kern.Denn unsere eigentliche Herausforderung begann erst, als der Airbus an seinem Platz stand.
„Ich wohne hier seit 60 Jahren, aber so habe ich den Wald noch nie gesehen.“
„Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen.“
Im Inneren des Flugzeugs sollte für die Besucher ein möglichst einfaches Erlebnis entstehen.
Einsteigen. Platz nehmen. VR-Brille aufsetzen. Gemeinsam starten.
Ohne Einweisung.
Ohne technische Erklärung.
Ohne spürbare Brüche.
Das bedeutete im Umkehrschluss, dass die technische Infrastruktur extrem robust, fehlertolerant und flexibel sein musste und gleichzeitig vollständig im Hintergrund blieb.
Ein zentrales Problem war die Orientierung im Raum.
VR-Brillen nutzen normalerweise ihre Umgebung, um Positionen zu erkennen. In einem Flugzeug funktioniert das nicht. Alles sieht gleich aus. Sitzreihen, Gänge und Armlehnen bieten keine eindeutigen Orientierungspunkte.
Die Lösung lag in einer Kombination aus Kamerazugriff und ARUCO-Codes aus der Robotik. Jeder Sitzplatz ist eindeutig markiert. Die VR-Brille erkennt beim Aufsetzen automatisch, wo sie sich befindet, und setzt das virtuelle Erlebnis exakt an der richtigen Position fort.
So sitzt jede Person virtuell genau dort, wo sie real sitzt.
„Ich wohne hier seit 60 Jahren, aber so habe ich den Wald noch nie gesehen.“
Aussagen wie
„Ich wohne hier seit 60 Jahren, aber so habe ich den Wald noch nie gesehen.“
oder
„Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen.“
zeigen sehr klar, was hier funktioniert hat.
Selbst Besucher, die der Technologie zunächst skeptisch gegenüberstanden, verließen das Flugzeug mit leuchtenden Augen. Weil sie erlebt haben, dass Technik nicht im Widerspruch zur Natur stehen muss.
„Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen.“
Ein weiterer zentraler Punkt war die Synchronisierung.
80 VR-Brillen, davon 70 im Einsatz und 10 als Reserve, müssen gleichzeitig starten, stabil laufen und synchron bleiben.
Ein einzelner Access Point reichte nicht aus. Der Metallrumpf blockiert Signale. Die Lösung war ein eigenes Netzwerksetup mit mehreren Access Points in Serie, das den gesamten Rumpf abdeckt.
Gesteuert wird das System über einen zentralen Linux-Server im Flugzeug. Der Guide vor Ort bedient das System über ein Tablet, wählt den Film aus und startet das Erlebnis. Der Server verteilt das Signal, alle Brillen starten gleichzeitig.
Zusätzlich laufen Monitore mit, um auch Besuchern ohne VR-Brille das Erlebnis zugänglich zu machen.
Das Ziel war ein System, das im laufenden Betrieb einfach austauschbar ist. Fällt eine Brille aus oder wird beschädigt, kann sie ersetzt werden, ohne das Erlebnis zu unterbrechen.
Ein entscheidender Faktor für Immersion ist die exakte Übereinstimmung von realem und virtuellem Raum. Dafür wurde der gesamte Airbus millimetergenau vermessen. Sitzabstände, Armlehnen, Fensterpositionen, Bodenwinkel und Kabinengeometrie.
Das Team ist mehrfach in den Bayerischen Wald gefahren, hat gemessen, virtuell nachgebaut, getestet und wieder angepasst. Testläufe im echten Flugzeug waren notwendig, um sicherzustellen, dass Übergänge nahtlos funktionieren.
Nur wenn reale und virtuelle Kabine exakt übereinstimmen, entsteht das Gefühl, wirklich zu fliegen, ohne Irritation und ohne Unwohlsein.
Ein durchgängig konsistentes visuelles Storytelling über alle Kanäle hinweg.
Der Bayerwald-Flieger ist kein klassisches Showcase für neue Technologie.
Er ist ein Beispiel dafür, wie immersive Systeme unter realen Bedingungen funktionieren müssen. Mit Publikum, mit Betrieb, mit Wartung und mit regionalem Kontext.
Ein Flugzeug.
Eine naturverbundene Region.
Ein Publikum ohne Technik-Affinität.
Genau dort zeigt sich, ob Experience Design wirklich trägt.
In den folgenden Artikeln gehen wir tiefer auf die einzelnen Ebenen dieses Projekts ein. Die technische Systemarchitektur im Detail. Die Filmproduktion unter extremen Bedingungen. Die Entwicklung einer Story, die Akzeptanz schafft, statt Widerstand.
Denn hinter diesem Flug steckt mehr als ein außergewöhnlicher Ort.
Es ist eine Ingenieurs- und Erzählgeschichte, geprägt von Präzision, Improvisation und der Überzeugung, dass Technologie dann am stärksten ist, wenn sie sich zurücknimmt.
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